Die Jordanier

Jung, arabisch, urban und islamisch

Die jordanische Bevölkerung lässt sich kurz mit folgenden Attributen beschreiben: Sie ist sehr jung, arabischstämmig, lebt in der Stadt und bekennt sich zum Islam.

Tatsächlich leben fast 80 Prozent der mehr als sechs Millionen Jordanier auf einem Zehntel der Staatsfläche, d. h. in den rapide wachsenden Städten im Nordwesten wie Amman, Zarka und Irbid. Die Wüsten und Halbwüstengebiete sind gewissermaßen menschenleer, Beduinen machen nur noch ca. fünf Prozent der Bevölkerung aus, und sie führen inzwischen in der Mehrzahl ein Halbnomadenleben. Das bedeutet, dass sie im Sommer in Häusern leben und im Winter die Wüsten durchwandern. Die Zahl der Vollnomaden ist stark rückläufig. Fast 40 Prozent der Jordanier sind unter 15 Jahre alt, was sich u. a. im Nacht- und Kulturleben der Städte bemerkbar macht.

Die Mehrheit, rund 90 Prozent der Bevölkerung, sind Araber, nur ein minimaler Teil der Bevölkerung besteht aus Armeniern, Türken, Kurden und Tscherkessen. Mehr als die Hälfte der Araber sind Palästinenser bzw. stammen von palästinensischen Flüchtlingen ab, die in Folge der Auseinandersetzungen zwischen Israel und den arabischen Staaten in Jordanien Asyl suchten, es dort auch bekamen und verhältnismäßig gut integriert sind. Die Volksgruppen der Jordanier und Palästinenser sind sich in Sprache und Traditionen ähnlich, doch es gibt auch Unterschiede, und manch palästinensischer Araber in Jordanien wünscht sich eine weniger starke politische Position der haschemitischen Dynastie. Arbeiteten ursprünglich viele Jordanier im benachbarten Ölstaat Irak, leben seit den Golfkriegen, die die nachhaltige Destabilisierung des Staates Irak zur Folge hatten, viele irakische Flüchtlinge in Jordanien.

Frauen sind in Jordanien offiziell gleichberechtigt und können alle Berufe ausüben. Seit 1989 gibt es weibliche Parlamentarier, sie nehmen gestaltend an der Politik teil und üben hohe Ämter aus.

Sprache und Religion

Arabisch ist die Amtssprache des Landes, wobei der jordanische Dialekt dem klassischen Arabisch relativ nahe steht. Englisch dient als Geschäftssprache und ist vor allem in den Städten weit verbreitet. Deutsch hingegen wird kaum gesprochen. Neben Arabisch und Englisch sind noch verschiedene Beduinendialekte sowie die Sprachen der oben genannten Minderheiten in Gebrauch.

Der Islam ist Staatsreligion, und mehr als 90 Prozent bekennen sich zur sunnitischen Richtung. Wenige tausend Moslems sind Schiiten. Ungefähr fünf Prozent sind Christen, etwa die Hälfte davon gehört zur orthodoxen Richtung, und sie leben vornehmlich im Nordwesten des Landes. Auf jordanischem Territorium befinden sich viele alttestamentliche Orte, die für alle großen Weltreligionen von hoher Bedeutung sind. Trotz der islamischen Staatsreligion, garantiert die Verfassung Religionsfreiheit, und Moslems, Christen und andere religiöse Minderheiten leben friedlich miteinander.

Die Jordanier
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